Kinderwagen mit Elektroantrieb [Ratgeber]

Ein Kinderwagen mit Elektroantrieb sorgt für mehr Komfort – aber auch mehr Sicherheit. Hier der Entwicklungsstand verschiedener Hersteller im Überblick.

Eltern, die sich darüber streiten, wer den Kinderwagen schieben darf? Bisher ein kaum vorstellbares Bild. Das mühsame Schieben bergauf, bergab oder samt schwerem Einkauf im Gepäck wird mit einem Kinderwagen mit Motor aber ein für allemal beendet sein. Einige Hersteller haben sich in den vergangenen Jahren bereits an der Entwicklung eines Elektro-Kinderwagens versucht – mit unterschiedlichem Erfolg.

Ihr erfahrt hier, worauf es bei einem E-Kinderwagen wirklich ankommt, welche Hersteller sich bisher an der Entwicklung eines Kinderwagens samt elektronischer Anschiebehilfe versucht haben – inkl. des vielversprechenden Modelles von Emmaljunga, das in Kürze an den Start gehen wird. Wer auf E-Mobilität steht, findet hier außerdem ausgewählte Modelle von E-Scootern, die ab Juni 2019 legal im Straßenverkehr teilnehmen dürfen.

Checkliste Kinderwagen mit Elektroantrieb

Damit ein E-Kinderwagen im Alltag eine echte Erleichterung wird, sollten diese Kriterien erfüllt sein:

  • Hersteller mit Know-how und Erfahrung: Ein elektrisch betriebener Kinderwagen macht im Alltag nur dann Sinn, wenn die dahintersteckende Technik verlässlich funktioniert – bei Modellen von unbekannten Herstellern ohne entsprechendem Know-how bzw. Start-Ups ohne Erfahrung sollte man eher skeptisch sein. Im Idealfall wird ein E-Kinderwagen also von einem bewährten Kinderwagenhersteller gebaut.
  • Verlässliche und intelligente Technik beim E-Kinderwagen: Der elektrische Antrieb des Kinderwagens muss so intelligent konzipiert sein, dass er eine Erleichterung im Alltag ist und nicht ein zusätzliches „Baby“ ist, um das man sich kümmern muss. Beispiele für intelligente Funktionen, die ein E-Kinderwagen aufweisen sollte: Selbstständiges Erkennen der Steigung bzw. des Gefälles und entsprechender Antrieb bzw. bei Bedarf selbstständiges Bremsen. Automatisches Stoppen des Antriebes, wenn der Kinderwagen nicht mehr berührt wird. Das Aufladen des Akkus muss außerdem einfach (z.B. per USB-Anschluss) möglich sein, die Ladezeit sollte sich in Grenzen halten.
  • E-Kinderwagen der auch ohne Motorantrieb funktioniert: Wer mit einem Baby im Kinderwagen unterwegs ist, muss verlässlich an sein Ziel kommen – notfalls auch ohne Elektroantrieb. Deshalb ist ein wesentliches Kriterium beim E-Kinderwagen: Er muss sich auch dann gut schieben lassen, wenn der Akku leer ist. Auch ein nicht zu hohes Gewicht ist Voraussetzung hierfür.
  • Verfügbare Ersatzteile: Ein Elektrokinderwagen wird in der Anschaffung nicht ganz billig sein – umso wichtiger ist, dass für alle wichtigen Bauteile auch Ersatzteile angeboten werden.

Die 3 besten Kinderbuggys (ohne Elektroantrieb) findet ihr übrigens hier.

Hersteller von Kinderwagen mit Antrieb im Überblick

Diese Unternehmen haben sich bis jetzt mit der Entwicklung von elektronisch angetriebenen Kinderwägen beschäftigt.

E-Kinderwagen Myo tronic von Foppapedretti

Der italienische Kinderwagen-Hersteller Foppapedretti hat bereits vor einigen Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und einen E-Kinderwagen auf den Markt gebracht. Der „Myo tronic“ (bzw. das „Myo tronic Platinum travel system“) ist in der Entwicklung bereits relativ weit fortgeschritten, der Elektromotor wird vom Griff aus bedient und schaffte immerhin eine Steigung bis 20%. Dieser E-Kinderwagen wurde auch in Deutschland und Österreich bis zumindest Ende 2015 verkauft. (u.a. waren diverse größere Möbelhäuser Vertriebspartner). Es folgte hierzulange jedoch ein unerwarteter Verkaufsstopp, der offiziell nicht begründet wurde. Auf der Hersteller-Seite wird das Modell aber nach wie vor vorgestellt. Ärgerlich: Für die bereits verkauften Modelle werden, zumindest in Deutschland und Österreich, keine Ersatzteile (z.B. Ersatz-Akkus) mehr angeboten. Auf Amazon kann man das Modell HIER noch ansehen, jedoch nicht mehr kaufen.

Unser Fazit zum E-Kinderwagen Myo tronic (Stand April 2019): Foppapedretti hat in der Herstellung von Kinderwägen absolut Erfahrung und auch in punkto Design sind die Italiener ganz vorne dabei. Aber: Der erste Versuch, einen E-Kinderwagen auf dem Markt zu bringen, erfolgte in unseren Augen zu früh. Wir behalten aber die weitere Entwicklung im Auge und informieren euch unmittelbar darüber auf dieser Seite.

E-Kinderwagen ELKIWA von Invensity

Die Wiesbadener Technologie- und Innovations-Beratungsgesellschaft Invensity aus Wiesbaden (GER) ist bereits seit einigen Jahren mit der Entwicklung eines elektrischen Kinderwagens unter dem Projektnamen „ELKIWA“ (für ELektrisch unterstützter KInderWAgen) beschäftigt. Bereits im Juli 2014 wurde der Öffentlichkeit ein Prototyp vorgestellt, der sich lt. Presseaussendungen „komfortabler, intuitiver und sicherer“ als herkömmliche Kinderwagen bedienen lässt.
Der batteriebetriebene ELKIWA bietet eine intelligente Sensorik und intelligente Steuerung. Damit ist z.B. eine „dynamische Unterstützung beim Schieben bergauf“ möglich, er bremst automatisch bei Gefällen ab und soll auch dabei helfen, die Spur sicher zu halten. Eine Markteinführung ist bisher nicht erfolgt.

Unser Fazit zum Elektrokinderwagen ELKIWA (Stand April 2019): Invensity ist eine international anerkannte Gesellschaft, die intensiv an u.a. technischen Neuheiten arbeitet. Dass die Markteinführung bisher noch nicht erfolgte ist zwar schade, da der Prototyp sehr vielversprechend wirkte. Es spricht aber gleichzeitig für Invensity, dass so lange optimiert wird, bis ein wirklich ausgereiftes Modell auf den Markt gebracht werden kann. Wir halten euch hier auf dem Laufenden.

Elektro-Kinderwagen NXT90e von Emmaljunga

Der schwedische Kinderwagenhersteller Emmaljunga hat die Entwicklung eines E-Kinderwagens bisher am schnellsten vorangetrieben und wird bereits Ende 2019 das Modell NXT90e auf den Markt bringen, das auf dem Papier ein absolut ausgereiftes Konzept erahnen lässt:

  • Eine intelligente Steuerung bzw. Motoren, die mithilfe von Sensoren und Algorithmen Gefälle und Untergrund automatisch erkennen. Geht es bergauf, greift der (lautlose) Motor unterstützend ein, bergab wird automatisch gebremst. Wichtig: Wird der Schiebgriff ausgelassen bzw. kommt der Wagen unbeabsichtigt in´s Rollen, stoppt der NXT90e automatisch.
  • Der Antrieb von Partner Bosch. Ein kluger Schachzug von Emmaljunga: Während man in der Herstellung von klassischen Kinderwägen selbst genug Erfahrung hat, hat man für den Antrieb des E-Kinderwagen-Modelles einen starken und erfahrenen Partner an Bord geholt: Bosch.
  • Erweiterte Features: Das ganze Kinderwagen-System lässt sich außerdem auch per App steuern. Ein Diebstahlschutz kann bei Bedarf ebenso aktiviert werden (die Feststellbremse wird dabei immer wieder automatisch eingestellt und ein Alarmton ertönt).
  • Die Reichweite des NXT90e wird lt. Angaben von Emmaljunga bei bis zu 15 km liegen – dafür sorgt die 18 Volt Lithium Ionen Batterie von Bosch.
  • Der Preis wird aller Voraussicht nach ca. zwischen 2000-2500 EUR liegen.

Unser Fazit zum E-Kinderwagen NXT90e: Kommt dieser E-Kinderwagen von Emmaljunga tatsächlich so auf den Markt wie angekündigt, dürfen wir uns bereits Ende 2019 auf einen wirklich tollen und ausgereiften Elektro-Kinderwagen freuen. Über den tatsächlichen Preis bzw. wo und wann genau dieses Modell gekauft werden kann, informieren wir euch hier bzw. in diesem Beitrag zum E-Kinderwagen NXT90e.


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